- KI-Lösungen
- Branchen
- KI-Projekte
- Wissen
- Über uns
Blog
Dr. Viktoria Apel
Team Lead Customer Success Management
Ab dem 27. September 2026 gelten in der Verbraucherkommunikation deutlich strengere Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. EmpCo steht für „Empowering Consumers for the Green Transition“.
Es handelt sich dabei um die Richtlinie (EU) 2024/825 zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel durch besseren Schutz gegen unlautere Praktiken und durch bessere Informationen. Sie verschärft die Anforderungen an Green Claims in der B2C-Kommunikation erheblich.
Ziel der EmpCo-Richtlinie ist es, Verbraucher:innen besser vor irreführenden Umweltaussagen, sogenanntem Greenwashing, sowie vor Praktiken rund um vorzeitigen Produktverschleiß zu schützen. Nachdem die Richtlinie im Frühjahr 2024 auf EU-Ebene in Kraft getreten ist, mussten die Mitgliedstaaten sie bis zum 27. März 2026 in nationales Recht umsetzen. In Deutschland erfolgt dies über eine weitreichende Reform des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).
Ab dem 27. September 2026 wird es ernst: Dann gelten die neuen Ge- und Verbote verbindlich. Besonders relevant für den Digital Commerce ist, dass nicht nur neu erstellte Inhalte betroffen sind. Auch bereits veröffentlichte Produkttexte, Shop-Inhalte, Marktplatzbeschreibungen, Werbemittel und andere Verbraucherkommunikation müssen den neuen Anforderungen entsprechen.
EmpCo rückt näher: Ab dem 27. September 2026 werden Green Claims strenger reguliert
Damit ist die EmpCo-Richtlinie für Content-Teams im Digital Commerce weit mehr als ein juristisches Randthema. Sie betrifft Kategorietexte, Produktdetailseiten, Shop-Content, Marktplatztexte, Newsletter, Werbemittel und nahezu jede Form veröffentlichter Marketingkommunikation.
Gerade dort, wo große Textmengen laufend erstellt, übersetzt, optimiert und aktualisiert werden, entsteht ein neues operatives Risiko. Begriffe wie „umweltfreundlich“, „ökologisch“ oder „klimafreundlich“ wirken positiv und verkaufsfördernd. Zugleich werden sie in vielen Texten sehr pauschal verwendet. Unter EmpCo reicht diese Art allgemeiner Nachhaltigkeitskommunikation künftig nicht mehr aus. Wer solche Aussagen macht, muss sie konkretisieren, belegen und sauber in den jeweiligen Produkt- oder Unternehmenskontext einordnen.
Für Entscheider:innen und Praktiker:innen im Digital Commerce bedeutet das: Content-Prozesse müssen kontrollierter werden. Genau hier wird Content-Automation zum strategischen Hebel. Sie hilft dabei, bestehende Inhalte systematisch zu prüfen, riskante Claims zu identifizieren und Formulierungen so anzupassen, dass Produkt-, Marketing- und E-Commerce-Texte durchgängig EmpCo-konform sind.
Die EmpCo-Richtlinie erweitert den europäischen Verbraucherschutz gegen irreführende Geschäftspraktiken. Im Zentrum steht der Schutz von Verbraucher:innen vor Greenwashing, unklaren Nachhaltigkeitsversprechen und irreführenden Aussagen zur Umweltleistung von Produkten oder Unternehmen. Die Richtlinie adressiert dabei nicht nur werbliche Maßnahmen, sondern die gesamte kommerzielle Kommunikation gegenüber der Verbraucherschaft.
Besonders relevant ist das Verbot pauschaler Umweltaussagen ohne belastbaren Nachweis. Aussagen wie „ökologisch“, „biologisch abbaubar“ oder „klimafreundlich“ dürfen nicht mehr lose im Raum stehen. Sie müssen sich auf eine konkrete, überprüfbare Eigenschaft beziehen und dürfen Verbraucher:innen nicht den Eindruck vermitteln, ein Produkt sei insgesamt nachhaltiger, als es tatsächlich ist. Für Produkttexte bedeutet das: Aus einem allgemeinen Claim wie „Unser nachhaltiger Rucksack“ muss künftig eine präzisere Aussage werden, etwa zu Materialanteilen, Zertifizierungen, Reparierbarkeit oder nachweisbaren Verbesserungen gegenüber einer früheren Produktversion.
Auch Klimaneutralitäts- und CO₂-Claims werden deutlich strenger behandelt. Aussagen wie „klimaneutral“ oder „CO₂-neutral“ sind besonders kritisch, wenn sie im Wesentlichen auf Kompensationsmaßnahmen beruhen und nicht auf einer tatsächlichen Reduktion von Emissionen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette. Unternehmen müssen also sehr genau prüfen, ob bestehende Produkt- und Marketing-Texte suggerieren, ein Produkt habe keine oder sogar positive Umweltauswirkungen, obwohl diese Wirkung vor allem rechnerisch über Kompensationsprojekte hergestellt wird.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft Nachhaltigkeitssiegel. Nicht jedes selbst entwickelte Siegel, Label oder Badge darf künftig als vertrauensbildendes Nachhaltigkeitssignal eingesetzt werden. Siegel müssen entweder von staatlichen Stellen eingeführt worden sein oder auf einem unabhängigen, transparenten Zertifizierungssystem beruhen. Für Content-Teams ist das besonders wichtig, weil Siegel, Icons und Claims häufig direkt in Produktdaten, Templates und Shop-Komponenten eingebunden sind.
Hinzu kommen strengere Anforderungen an Zukunftsversprechen. Aussagen wie „klimaneutral bis 2030“ oder „bald vollständig nachhaltig“ sind nur dann belastbar, wenn es einen realistischen, öffentlich zugänglichen Umsetzungsplan gibt, der regelmäßig überprüft wird. Damit verschiebt sich Nachhaltigkeitskommunikation hin zu überprüfbaren, belastbaren Roadmaps.
Viele Unternehmen denken bei EmpCo zunächst an neue Kampagnen. In der Praxis dürfte aber das größere Risiko im aktuellen Content-Bestand liegen. Teams im Content-Publishing arbeiten mit einer Fülle an Textbausteinen: Produktbeschreibungen, Variantenbeschreibungen, Kategorietexte, Marktplatzdaten, SEO-Texte, Übersetzungen, Filterbeschreibungen, Newsletter-Module und Anzeigenvarianten. In solchen Beständen können problematische Green Claims schnell untergehen.
Das Problem wird durch Automatisierung nicht kleiner, sondern zunächst sichtbarer. Wenn Texte in großem Maßstab generiert, umgeschrieben oder ausgespielt werden, müssen die zugrunde liegenden Regeln sauber definiert sein. Ein einzelner unpräziser Claim kann sich sonst über Produktfamilien, Sprachen, Vertriebskanäle und Templates hinweg vervielfältigen. Genau deshalb sollten Unternehmen die Zeit bis September 2026 nutzen, um ihre Content- und Datenprozesse EmpCo-konform zu machen.
Aus Kundensicht sehe ich dabei vor allem drei Herausforderungen:
Eine EmpCo-konforme Content-Automation beginnt nicht erst beim Text, sondern bei den Daten. Wer präzise Aussagen treffen will, braucht strukturierte Informationen zu Materialien, Zertifikaten, Lieferketten, Reparierbarkeit, Haltbarkeit, Energieverbrauch, Verpackung, Software-Updates oder Emissionsdaten. Ohne solche Daten steht jede Formulierung auf unsicherem Boden.
Für Content-Teams im Digital Commerce ist das eine Chance, Produktdatenmanagement und Content-Erstellung enger zusammenzuführen. Nachhaltigkeitsaussagen sollten nicht mehr frei im Copywriting entstehen, sondern aus verlässlichen Datenquellen abgeleitet werden. Content-Automation kann diese Verbindung herstellen, indem sie Produktdaten, Richtlinien, Content-Vorgaben und Texttemplates miteinander kombiniert.
So wird aus allgemeinen Marketing-Versprechen ein kontrollierter Content-Automatisierungsprozess. Wenn ein Produkt über ein gültiges, anerkanntes Zertifikat verfügt, kann der Text dieses Zertifikat korrekt nennen. Wenn ein Produkt bestimmte Reparaturinformationen enthält, kann der Content diese Information verständlich erklären. Wenn entsprechende Daten fehlen, wird kein Claim erzeugt. Das reduziert rechtliche Risiken und erhöht die inhaltliche Qualität.
Viele Green Claims sind nicht nur Werbeaussagen, sondern auch SEO-Bestandteile. Begriffe wie „nachhaltig kaufen“, „umweltfreundliche Produkte“ oder „klimaneutrale Lieferung“ werden in Suchmaschinen, Shop-Suchen und Marktplätzen intensiv genutzt. EmpCo bedeutet deshalb nicht, dass Nachhaltigkeit als Thema aus der Kommunikation verschwinden muss. Sie muss nur präziser, belegbarer und nutzerorientierter formuliert werden.
Das kann SEO (und GEO) sogar verbessern. Suchmaschinen, KI-Suchen und Nutzer:innen profitieren von konkreten Informationen. Ein pauschaler Satz wie „Unsere Produkte sind besonders nachhaltig“ liefert wenig Substanz. Eine präzise Beschreibung von Materialien, Zertifikaten, Ersatzteilverfügbarkeit oder Verpackungseigenschaften ist informativer und vertrauenswürdiger. Für Content-Publisher im Digital Commerce entsteht dadurch die Möglichkeit, regulatorische Anforderungen mit besserer Content-Qualität zu verbinden.
Auch für Conversion ist Klarheit entscheidend. Verbraucher:innen sind unabhängig von EmpCo-Vorgaben hochgradig sensibel gegenüber Greenwashing. Wer Nachhaltigkeitsaussagen transparent erklärt, schafft Vertrauen. Wer dagegen mit vagen Begriffen arbeitet, riskiert nicht nur rechtliche Probleme, sondern auch Reputationsschäden. EmpCo-konforme Texte sind deshalb kein Compliance-Ballast, sondern ein Baustein für bessere digitale Produktkommunikation.
EmpCo macht Greenwashing-Claims zum Prüfauftrag – mit Retresco kein Problem
Unternehmen sollten EmpCo nicht erst kurz vor dem Stichtag angehen, denn 27. September 2026 rückt näher. Wer über große Content-Bestände verfügt, unterschiedliche Kanäle bespielt und auf Marktplätzen vertreten ist, braucht ausreichend Zeit für Analyse, Regeldefinition, Datenbereinigung und technische Umsetzung.
Zunächst sollten Unternehmen definieren, welche Nachhaltigkeitsaussagen künftig überhaupt genutzt werden dürfen. Dafür braucht es ein gemeinsames Regelwerk von Marketing, Produktmanagement, E-Commerce, Legal und Compliance. Dieses Regelwerk sollte nicht einfach in einem PDF liegen bleiben, sondern direkt in Content-Automation, Texttemplates und KI-Prompts einfließen.
Ebenso wichtig ist die Verbindung zu Produktdaten. Wo belastbare Informationen fehlen, sollten Claims nicht kreativ ergänzt werden. Wo Daten vorhanden sind, sollten sie strukturiert nutzbar gemacht werden.
In den folgenden vier Schritten erkläre ich, wie Content-Teams jetzt vorgehen sollten. Eine professionelle Content-Automation kann die bevorstehenden Herausforderungen strukturiert adressieren und die Ansprüche der EmpCo-Richtlinie umsetzen.
Bei einer skalierbaren Prüfung bestehender Inhalte werden Produkt-, Marketing- und E-Commerce-Texte automatisiert nach entsprechenden Begriffen, pauschalen Nachhaltigkeitsaussagen und risikobehafteten Formulierungen durchsucht.
Der sinnvollste Startpunkt ist ein Claim-Audit. Dabei werden bestehende Texte darauf geprüft, ob sie unter EmpCo kritisch werden können. Das betrifft nicht nur offensichtliche Begriffe wie „grün“, „klimaneutral“ oder „nachhaltig“, sondern auch semantisch ähnliche Aussagen, die besondere Umweltleistungen nahelegen.
Anschließend sollten Claims nach Risiko, Reichweite und Datenlage priorisiert werden. Texte mit hoher Sichtbarkeit, etwa auf Top-Produkten, Landingpages, Kategorie-Seiten und Kampagnen, sollten zuerst bearbeitet werden.
Nicht jede Nachhaltigkeitsaussage ist automatisch unzulässig. Entscheidend ist, ob sie spezifisch, nachvollziehbar und belegbar ist. Eine belastbare Content-Automation unterscheidet deshalb zwischen pauschalen Claims, belegbaren Produkteigenschaften, zertifizierten Angaben, Zukunftsversprechen, Kompensationsaussagen und neutralen Material- oder Produktinformationen.
Es geht darum, den Content-Teams ohne großen manuellen Aufwand einen klaren Überblick darüber zu verschaffen, welche Texte gelöscht, umformuliert, ergänzt oder zur rechtlichen Prüfung weitergegeben werden sollten.
Statt pauschale Aussagen einfach zu streichen, können Texte automatisiert so überarbeitet werden, sodass sie weiterhin verkaufsstark, verständlich und SEO-relevant bleiben. Aus „nachhaltige Verpackung“ kann zum Beispiel eine präzisere Formulierung werden, wenn die zugrunde liegenden Produktdaten das hergeben: „Verpackung mit einem Recyclingpapieranteil von 80 Prozent“ oder „FSC-zertifizierte Papierverpackung“. Wo keine belastbaren Daten vorhanden sind, sollten Claims entfernt oder „neutralisiert“ werden.
Der letzte Schritt betrifft die Generierung neuer Inhalte. Wenn Kategorie- und Produkttexte oder Marketing-Content KI-gestützt werden, sollten die EmpCo-Vorgaben direkt in den Generierungsprozess eingebunden werden.
Das bedeutet: kritische Begriffe werden vermieden, erlaubte Formulierungslogiken werden vorgegeben, Claims werden nur genutzt, wenn passende Datenfelder oder Nachweise vorhanden sind. Textvarianten werden vor Veröffentlichung geprüft.
Retresco unterstützt Unternehmen dabei, große Textmengen automatisiert zu erstellen, zu prüfen, umzuformulieren und zu aktualisieren. Für EmpCo-relevante Anwendungsfälle bedeutet das: Bestehende Produkt-, Marketing- und E-Commerce-Texte können systematisch auf kritische Greenwashing-Claims geprüft werden. Pauschale Aussagen lassen sich identifizieren, klassifizieren und je nach Datenlage entfernen, präzisieren oder EmpCo-konform umschreiben.
Mit skalierbarer Text-Automation lassen sich wiederkehrende Content-Prozesse effizient steuern. Unternehmen können Regeln definieren, welche Claims erlaubt sind, welche Datenfelder erforderlich sind und welche Formulierungen vermieden werden sollen. So entstehen konsistente Texte über Produktlinien, Shops, Sprachen und Kanäle hinweg.
Der KI-gestützte Content Assistant unterstützt Teams zusätzlich beim redaktionellen Arbeiten. Er kann Texte prüfen, kürzen, umschreiben, Varianten erzeugen oder bestehende Inhalte an neue Vorgaben anpassen. Gerade für E-Commerce-, Marketing- und Produktteams entsteht dadurch ein praktischer Workflow: kritische Textstellen erkennen, Alternativen formulieren, Tonalität bewahren und Inhalte einfach und effektiv in eine publizierbare Form bringen.
Die EmpCo-Richtlinie markiert einen Wendepunkt für Nachhaltigkeitskommunikation im Digital Commerce. Pauschale Green Claims verlieren an Spielraum. Präzise, belastbare und nachvollziehbare Aussagen werden unerlässlich. Für Unternehmen mit großen Content-Beständen entsteht daraus ein klarer Handlungsauftrag: Texte müssen überprüft, Datenstrukturen verbessert und Automatisierungsprozesse regulatorisch abgesichert werden.
Retresco unterstützt Unternehmen dabei, bestehende Inhalte skalierbar zu prüfen und neue Produkt-, Marketing- und E-Commerce-Texte so zu generieren, dass sie verständlich, markenkonform und an den Anforderungen der EmpCo-Richtlinie ausgerichtet sind. Im Digital Commerce ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Content-Automation und Compliance konsequent zusammenzudenken.
Du hast Fragen, Anmerkungen oder Feedback? Sprich uns an – wir melden uns gerne bei dir!