Ethische KI

Was kann, was darf KI? – Fünf Thesen

Heute hat die diesjährige Dmexco ihre Türen für Tech-Enthusiasten, Marketing- und Medienexperten, Visionäre und Kreative geöffnet, um die spannendsten Trends der Digital Economy zu beleuchten. Das diesjährige Dmexco-Motto „Trust in you“ verspricht visionäre Ideen und Inspirationen – und trifft ganz nebenbei auch noch den Puls der Zeit: Ethische Themen wie Vertrauen, Akzeptanz und Transparenz gestalten den zeitgenössischen Tech-Diskurs signifikant mit. Das gilt insbesondere für die Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz. Die Frage, was Künstliche Intelligenz kann, ist aktuell ebenso wichtig, wie die Frage, was sie überhaupt darf.

 

Als erfahrenes KI-Unternehmen gilt Retresco als einer der ersten Ansprechpartner, wenn es um die Entwicklung und Implementierung von vertrauenswürdigen KI-Anwendungen im Bereich Language Technology geht. Daher spricht Retresco-CEO Johannes Sommer auf der heutigen Panel-Diskussion „Things must get real now – How to transfer the hype around AI to usable and responsible applications” (Experience Stage, 11.9., 10:55 Uhr) zu den wirtschaftlichen Möglichkeiten und den ethischen Herausforderungen von Künstlicher Intelligenz. In der ebenso spannenden wie sensiblen Diskussion, wie das mediale Hype-Thema Künstliche Intelligenz in brauchbare und verantwortungsvoll gestaltete Anwendungen übersetzt werden kann, vertritt Retresco die folgenden fünf Thesen:

 

1. KI als Schlüsseltechnologie

Künstliche Intelligenz ist keine neue Technologie unter vielen anderen; sie ist eine Schlüsseltechnologie. Als solche wird sie die Art und Weise, wie wir arbeiten, wirtschaften und als Gesellschaft zusammenleben grundlegend verändern und den ökonomischen und gesamtgesellschaftlichen Fortschritt maßgeblich prägen.

 

2. Ethische Werte als Leitmotiv

Fairness, Transparenz, Sicherheit, Inklusion und Verantwortlichkeit sind ethische Aspekte, die unabdingbar sind, wenn es um den Aufbau einer vertrauenswürdigen und menschenzentrierten KI geht. Auf diese Weise kann das volle Potenzial von Künstlicher Intelligenz ausgeschöpft und die Brücke zwischen Technik, Wirtschaft und Gesellschaft geschlagen werden.

 

3. Multilaterale Förderung

Zur Stärkung des europäischen KI-Ökosystems sollte – insbesondere im US-amerikanischen oder chinesischen Vergleich – die anwendungsnahe Forschung & Entwicklung von KI-Technologien gezielter gefördert werden. Hierbei ist jedoch ein multiperspektivisches Vorgehen wünschenswert: Hochschulen und Wirtschaft sollten beispielsweise in Form von KI-Hubs und Reallaboren stärker miteinander verzahnt arbeiten können. Zudem sollte die Dateninfrastruktur durch eine fundierte Datenstrategie substantiell verbessert werden und die soziokulturelle Akzeptanz von KI durch gezielte Bildungsmaßnahmen gesteigert werden.

 

4. Mehr Experimentierfreude

Ein Mentalitätswechsel erscheint unerlässlich. In Bezug auf die praxisnahe Anwendung von Künstlicher Intelligenz brauchen wir mehr Abenteuerlust, mehr Mut zum Risiko und mehr Freude am Experimentieren. Vor allem jedoch benötigen wir eine positive Fehlerkultur, die es erlaubt, aus Fehlern zu lernen, ohne dass ad hoc eine umfassende Regulierung erforderlich ist.

 

5. Gesamtgesellschaftliche Akzeptanz forcieren

In öffentlichen KI-Diskursen sollte vermieden werden, einseitig nur die Chancen oder nur die Risiken von KI zu betonen. Vielmehr sollte ein transparenter gesellschaftlicher Diskurs etabliert werden, der kontextuelle Grauzonen zulässt und offen thematisiert. Eine öffentliche Aufklärung mit einem sachlich-objektiven Grundton ist unabdingbar, um die gesellschaftliche Akzeptanz von KI zu erhöhen.

 

Die oben stehenden Thesen können einen möglichen Ansatzpunkt darstellen, wie die Entwicklung und Implementierung von KI-Technologien in Europa nachhaltig forciert werden kann. Als Schlüsseltechnologie wird Künstliche Intelligenz nicht nur Geschäftsprozesse, sondern auch den volkswirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt signifikant prägen. Wirtschaftliche Potenziale spielen dabei eine ebenso große Rolle, wie gesellschaftliche Verantwortung und ethische Herausforderungen. Umso wichtiger erscheint daher eine multilaterale Zusammenarbeit von Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – nur gemeinsam können KI-Anwendungen nach gemeinwohlorientierten Standards gestaltet und der technologische Fortschritt nachhaltig forciert werden.

 

Über Retresco

2008 in Berlin gegründet, hat sich Retresco als eines der führenden Unternehmen in der Automatisierung von Content etabliert. Retresco entwickelt auf Künstlicher Intelligenz basierende Lösungen aus den Bereichen Natural Language Generation (NLG) und Natural Language Understanding (NLU). Anwendungen wie die Self-Service-Plattform textengine.io, Inhaltsklassifikationen oder Enterprise Chatbots unterstützen Unternehmen dabei, Prozesse zu automatisieren, Kommunikation effektiver zu gestalten und neue Zielgruppen zu erreichen.