Diversity @ Retresco

Diversität liegt uns am Herzen. Daher wollen wir die Zeit nach den grandiosen Pride Weeks nutzen, um über das Thema Diversität in der Arbeitswelt zu reflektieren: Was bedeutet Diversität für uns bei Retresco? Und wie hat es Retresco geschafft, die Frauenquote über den in der Tech-Szene üblichen Durchschnitt zu heben? Wie Unternehmen Diversität am Arbeitsplatz aktiv gestalten und Gleichberechtigung maßgeblich fördern können, erklärt unser HR Director Domenico Grimaldi im Interview.

 

HR Director Domenico Grimaldi

Domenico, was bedeutet Diversität für dich persönlich?

Diversität hat für mich einfach mit dem Menschen an sich zu tun. Es liegt quasi in seiner Natur. Jeder Mensch ist anders: Wir sprechen diverse Sprachen, bevorzugen unterschiedliche Kleidungsstile und haben sehr unterschiedlich Geschmackspräferenzen. Genau das bedeutet für mich Diversität: die Vielfalt jedes einzelnen Menschen. Die Frage der sexuellen Orientierung ist so unwichtig in diesem Zusammenhang, dass ich mich immer frage: Wieso spielt dieser Aspekt bei so vielen Menschen noch eine Rolle?

 

Inwiefern spiegeln sich diese Werte & Erfahrungen in der Arbeitsumgebung bei Retresco wider?

Bei Retresco haben wir eine echte und authentische Mischung aus Sprachen, Herkunft und Background. Ich selbst bin ein sehr gutes Beispiel dafür: Ich bin Italiener, Quereinsteiger und homosexuell, aber all das hat bei meiner Einstellung vor rund zwei Jahren keine Rolle gespielt. Das alleine sagt schon viel über uns. Die Kompetenz zählt, immer! Offenheit und Toleranz wird bei Retresco großgeschrieben – und sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzen dies unheimlich wert.

 

Wie fördert Retresco Diversität?

Wir stehen gerade erst am Anfang. Das Thema hat bei uns bisher noch keine große Rolle gespielt, weil wir, wie gesagt, die Diversität einfach täglich erleben und wertschätzen. Aber meines Erachtens ist es vor allem jetzt, wo viele Länder – darunter leider auch mein Herkunftsland Italien – nach rechts rücken, wichtig, nicht nur als Einzelperson, sondern auch als Organisation zu zeigen, dass wir Vielfalt wollen und sogar auch benötigen, um erfolgreich und wettbewerbsfähig zu bleiben. Ich hoffe, dieses Interview ist nur der Anfang.

 

Retresco hat eine für Tech-Unternehmen überdurchschnittliche Frauenquote – wie konnte das erreicht werden?

Stimmt, wir haben über 30 Prozent Frauen im Unternehmen und darauf bin ich unglaublich stolz. Wie haben wir es geschafft? Reiner Zufall, gutes Netzwerk und viele, viele direkte Ansprachen von unserem Recruiting Team. Mehr nicht. Ich hoffe, es werden immer mehr gut ausgebildete und engagierte Frauen zu uns kommen, die ein offenes und respektvolles Arbeitsklima wertschätzen.

 

Welche Vorteile hat Diversität am Arbeitsplatz?

Die Generationenvielfalt am Arbeitsplatz spielt insbesondere in Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Vor allem in Tech-Unternehmen wie Retresco ist es heutzutage Standard, dass junge und alte Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichsten Nationalitäten zusammenarbeiten. Gerade diese Vielfalt macht die Unternehmen erfolgreich, weil jeder davon profitiert: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Unternehmensführung, aber auch der Kunde und alle anderen Geschäftspartner. Eine diverse Arbeitnehmerschaft ist für jedes Unternehmen ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Das zeigt auch meine Erfahrung im Recruiting von jungen Talenten, die sich oft ein heterogenes und internationales Team wünschen.

 

Studien zeigen, dass Motivation und Produktivität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steigen, wenn die Chancengleichheit verbessert wird. Und dennoch ist Diversität am Arbeitsplatz (immer noch) ein sensibles und oftmals zu wenig beachtetes Thema. Warum?

Klar, das überrascht mich nicht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten besser, motivierter und effizienter, wenn sie sich wohlfühlen und sich mit dem Unternehmen identifizieren. Dafür braucht man nicht viel. Authentizität ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Employer Branding, mehr nicht. Frau oder Mann, hetero- oder homosexuell, all diese Fragen sollten – zumindest in meiner idealen, kleinen Arbeitswelt – einfach keine Rolle spielen. Es sei denn, man arbeitet in der Pornoindustrie, aber das ist eine andere Geschichte.

 

Fairness am Arbeitsplatz und gleiche Bedingungen für alle können nicht erzwungen oder verordnet werden. Wie kann man dennoch für das Thema sensibilisieren und Diversität am Arbeitsplatz aktiv gestalten?

Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Führungskräfte zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu geben, selbst Teil dieses Prozesses zu werden. Heute gibt es viele Trainingsmaßnahmen und Workshops zu dem Thema. Die sind sicherlich hilfreich und wertvoll, aber ich bin fest davon überzeugt, dass Diversität genau dort anfängt, wo nicht mehr in Schubladen gedacht, der Horizont erweitert und sich dem Anderssein geöffnet wird. Damit kann man Begeisterung und Bewusstsein für die Vielfalt schaffen und darüber hinaus noch Selbsterfahrung ermöglichen.

 

Welche Vorteile bieten Methoden des Diversity Managements für Unternehmen?

Früher stand die Diversität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht im Fokus eines Unternehmens. Gut gestaltetes Diversity Management nutzt nun jedoch genau diese Vielfalt, um neue Rekrutierungspotenziale zu erschließen, die Vielfalt der Kundschaft besser abzubilden und soziale Diskriminierung von Minderheiten zu verhindern. Die Verschiedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird dabei nicht nur toleriert, sondern besonders betont – und letztlich sogar bewusst für den Unternehmenserfolg nutzbar gemacht.

 

Welche konkreten Vorreiter-Projekte fallen dir in diesem Kontext spontan ein?

Vorbildfunktion haben Events wie die Karrieremesse Stick & Stones und Organisationen wie das Projekt „The Global LGBT + Leadership Community Rahm“ meines Bekannten Stuart Cameron. All das hilft dabei, dass Diversitäts- und LGBTQ-Themen in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs gelangen. Auch der Aufbau von unternehmensinternen Communities – beispielsweise haben Zalando, Vodafone und die Boston Consulting Group solche bereits etabliert –, ist ein erster Schritt in die Richtung. Solche einzelnen Projekte stellen sicherlich sehr wichtige Meilensteine auf dem Weg zu mehr Diversität in Unternehmen dar, jedoch markieren sie nur bedingt das eigentlich Wichtige: Unbedingte Toleranz und Offenheit für jede (zukünftige) Mitarbeiterin und jeden (zukünftigen) Mitarbeiter. Ich würde an dieser Stelle gerne auf ein Zitat von Eric Kuisch, ehemaliger Technik-Geschäftsführer von Vodafone Deutschland und Botschafter für Diversitätsthemen, verweisen: „Wenn wir nicht mehr darüber reden müssen, haben wir es geschafft“. Genau das ist für mich die ideale und beste Zusammenfassung zu dem Thema und mein großes Ziel für die Retresco-Familie.

 

Wer Domenico und das gesamte Retresco-Team kennenlernen möchte und sich für einen Job bei uns interessiert, der kann sich hier direkt bewerben!

 

Über Retresco

2008 in Berlin gegründet, hat sich Retresco als eines der führenden Unternehmen in der Automatisierung von Content etabliert. Retresco entwickelt auf Künstlicher Intelligenz basierende Lösungen aus den Bereichen Natural Language Generation (NLG) und Natural Language Understanding (NLU). Anwendungen wie die Self-Service-Plattform textengine.io, Inhaltsklassifikationen oder Enterprise Chatbots unterstützen Unternehmen dabei, Prozesse zu automatisieren, Kommunikation effektiver zu gestalten und neue Zielgruppen zu erreichen.