1992 hat sich das Stasi-Archiv zur Aufgabe gemacht, die Hinterlassenschaften der Stasi zu sammeln und zu dokumentieren; 2012 kamen erste Überlegungen auf, Teile dieses Archivs der breiten Öffentlichkeit in einer multimedialen Stasi-Mediathek zugänglich zu machen. Vom Fachpublikum bis zum interessierten Laien – jeder kann sich so über die Machenschaften der DDR-Behörden und der Stasi informieren.
Da unterschiedliches Vorwissen sowie Nutzungsgewohnheiten vorliegen, entstand die Idee einer semantischen Suche als zentrales Element der Nutzerführung. Die Retresco-Semantik bildet dazu die Basistechnologie.

 

Retrescos Technologien in der Umsetzung

Um die Viel­falt des Archivs sicht­bar zu machen, wur­den meh­re­re Tau­send Doku­ment­sei­ten, hun­der­te Ein­zel­bil­der, meh­re­re Stun­den Ton­auf­zeich­nun­gen und Film­ma­te­ri­al in die inter­ak­ti­ve Daten­bank ein­ge­pflegt und seman­tisch ana­ly­siert; Ten­denz nach wie vor stei­gend. Enti­tä­ten wie Per­so­nen, Orga­ni­sa­tio­nen und Orte wer­den getaggt und die zuge­hö­ri­gen Doku­men­te anschlie­ßend nach Rele­vanz sor­tiert. Die­se und ande­re seman­ti­sche Mar­kie­run­gen gehen mit allen ihren Syn­ony­men und gram­ma­ti­schen For­men in den Suchin­dex ein. Per Such­mas­ke gelangt der Nut­zer dann anschlie­ßend zu den Doku­men­ten und Inhal­ten; kann die­se zusätz­lich im Voll­text unter­su­chen und außer­dem jeder­zeit Inhal­te intui­tiv per Zeit­strahl fin­den. Ret­res­cos seman­ti­sche Suche fil­tert also sowohl inhalt­lich und zeit­lich-his­to­risch, als auch nach Beschaf­fen­heit der Unter­la­gen. Die inter­ak­ti­ve Daten­bank ermög­licht zusätz­lich das per­ma­nen­te Ein­pfle­gen wei­te­rer Doku­men­te und somit das ste­ti­ge Erwei­tern der Media­thek.

Eine beson­de­re Her­aus­for­de­rung lag in dem beson­de­ren Sprach­schatz von DDR-Behör­den und der Sta­si, für den unse­re Ret­res­co-Seman­tik erst trai­niert wer­den muss­te. Bedeut­sa­me Schlag­wor­te wie „Repu­blik­flucht“ und „Todes­stra­fe“ wur­den daher auto­ma­tisch zuor­den­bar gemacht. Die zusätz­li­che „Auto-Ver­voll­stän­di­gen“- Funk­ti­on sorgt für die dyna­mi­sche Unter­brei­tung wei­te­rer rele­van­ter Schlag­wor­te und Enti­tä­ten bei Ein­ga­be des Nut­zers.
Ein gesell­schaft­lich hoch rele­van­tes und tech­no­lo­gisch hoch ambi­tio­nier­tes ver­le­ge­ri­sches Pro­jekt – poli­ti­sches Bil­dungs­me­di­um für jun­ge und erwach­se­ne Staats­bür­ger sowie his­to­ri­sche Fach­in­for­ma­tio­nen für Exper­ten unter einer gemein­sa­men Ober­flä­che.

 

Die Stasi-Mediathek erhält internationales Feedback

Nicht nur der Auf­trag­ge­ber ist begeis­tert – auch die Öffent­lich­keit urteilt posi­tiv über das „Schau­fens­ter in das Sta­si-Archiv”, wie Roland Jahn, Bun­des­be­auf­trag­ter für die Sta­si-Unter­la­gen, es nennt. Zahl­lo­se Twit­ter-Bot­schaf­ten ver­brei­te­ten gleich am ers­ten Tag den Link zur Sta­si-Media­thek. Aus den USA kam die Ein­schät­zung „the coo­lest thing ever“. Die Ber­li­ner Mor­gen­post fin­det es für alle Alters­grup­pen ein span­nen­des Ange­bot“, mdrIN­FO nennt es „eine loh­nen­de Zeit­rei­se“.

 

Für Ret­res­co war und ist es ein wun­der­ba­res Pro­jekt, um unse­re füh­ren­den Tech­no­lo­gi­en im Bereich der auto­ma­ti­schen Ver­schlag­wor­tung, Ver­lin­kung und seman­ti­schen Suche ein­zu­brin­gen und aus­zu­bau­en. Das Ergeb­nis ist eine ent­schei­den­de Ver­bes­se­rung der Zugäng­lich­keit der Doku­men­te und des Nut­zungs­er­leb­nis­ses.

Genau­so sah das die Jury des Typo3-Awards, wel­che stets die krea­tivs­ten und nut­zer­freund­lichs­ten Web­pro­jek­te aus­zeich­net: 2016 war unser Part­ner, die 3pc GmbH, für die letzt­end­li­che Umset­zung der Sta­si-Media­thek mit unter den Preis­trä­gern.

Über­zeu­gen Sie sich selbst unter stasi-mediathek.de.