KI ist nicht gleich KI. So zäh­len intel­li­gen­te Sprach­as­sis­ten­ten genau­so unter den Sam­mel­be­griff künst­li­che Intel­li­genz wie auto­ma­ti­sche Über­set­zungs­funk­tio­nen oder die Bil­der­ken­nung. Solch ein Sys­tem zur Bil­der­ken­nung ist jedoch nicht in der Lage einen Text zu über­set­zen oder Fra­gen zu ver­ste­hen und zu beant­wor­ten — und damit haben die­se Sys­te­me eins gemein: Sie sind auf die Erfül­lung einer kon­kre­ten Auf­ga­be spe­zia­li­siert, ihre “Intel­li­genz” ist begrenzt.

 

Schwache ≙ Spezialisierte ≙ Wirtschaftliche künstliche Intelligenz

 

Vor­ne­weg: Alle aktu­ell exis­tie­ren­den Sys­te­me sind die­ser schwa­chen künst­li­chen Intel­li­genz zuzu­ord­nen.

Ent­spre­chen­de Sys­te­me wur­den für die Erfül­lung einer klar defi­nier­ten Auf­ga­be ent­wi­ckelt und grei­fen daher bei der Pro­blem­lö­sung auf die immer sel­ben Metho­den zurück. Sie han­deln rein reak­tiv, erhal­ten kein tief­ge­hen­des Ver­ständ­nis für die tat­säch­li­che Pro­blem­stel­lung und besit­zen auch kein eige­nes, selb­stän­di­ges Bewusst­sein. Wir Men­schen kön­nen Inter­views füh­ren, Gedich­te schrei­ben und ver­schie­de­ne Spra­chen ler­nen — Maschi­nen kön­nen ent­we­der das eine, das ande­re oder — in den meis­ten Fäl­len — weder noch.

In eini­gen Fäl­len wer­den auch Sys­te­me als schwa­che künst­li­che Intel­li­genz bezeich­net, die — ent­ge­gen aller Intel­li­genz — rein regel­ba­siert ablau­fen. So funk­tio­niert auch die Text­ge­ne­rie­rung mit Natu­ral Lan­guage Gene­ra­ti­on in sei­ner aktu­el­len Ver­brei­tung meist durch ein Tem­pla­te-basier­tes Ver­fah­ren: Wäh­rend ein gram­ma­tik­ba­sier­ter Ansatz ver­su­chen wür­de, den mensch­li­chen Intel­lekt umfas­send zu simu­lie­ren, um eigen­stän­dig Tex­te jeder Art schrei­ben zu kön­nen, bedient sich die­ser Tem­pla­te-Ansatz vor­for­mu­lier­ter Text­tei­le, wel­che anhand des ent­spre­chen­den Sto­ry Plots auto­ma­tisch zusam­men­ge­stellt wer­den.

Der­zeit wer­den die­se aber mehr und mehr von Machi­ne Learning-Sys­te­men abge­löst oder ergänzt. Im Fall der Text­ge­ne­rie­rung unter­stützt das Maschi­nel­le Ler­nen den User bei­spiels­wei­se durch eine lin­gu­is­ti­sche Ana­ly­se und Anpas­sung sei­ner Tem­pla­tes bei der Tex­ter­stel­lung.

 

Starke ≙ Generelle ≙ Wissenschaftliche künstliche Intelligenz

 

Sys­te­me, die die Gesamt­heit der mensch­li­chen Intel­li­genz abbil­den und in der Lage sind selb­stän­dig neue Pro­ble­me zu lösen statt nur ein­zel­ne mensch­li­che Fähig­kei­ten zu simu­lie­ren, fal­len unter die Kate­go­rie der star­ken künst­li­chen Intel­li­genz. In der Wer­bung wie der brei­ten öffent­li­chen Dis­kus­si­on fällt oft auch der Begriff der “Super­in­tel­li­genz” um die­se Form der KI zu beschrei­ben.

Damit wird das Bild sug­ge­riert, es wür­den bereits Sys­te­me exis­tie­ren, die eigen­stän­dig den­ken und agie­ren sowie ver­schie­de­ne Auf­ga­ben in effi­zi­en­ter Per­fek­ti­on pla­nen, aus­füh­ren und dar­aus ler­nen kön­nen. Solch eine star­ke künst­li­che Intel­li­genz exis­tiert de fac­to aber nicht. Auch ob sie jemals exis­tie­ren wird, ist nicht abschlie­ßend geklärt. Vie­le Exper­ten ten­die­ren zwar mitt­ler­wei­le dazu, dass frü­her oder spä­ter eine star­ke künst­li­che Intel­li­genz ent­wi­ckelt wer­den wird — wann ist jedoch unklar.

 

Status Quo: Erweiterte Intelligenz

 

Um sowohl den Sta­tus Quo als auch die Zukunft der künst­li­chen Intel­li­genz zu beschrei­ben, wäre eine Inter­pre­ta­ti­on von “AI” als “Aug­men­ted Intel­li­gence” statt “Arti­fi­ci­al Intel­li­gence” pas­sen­der. Denn ob schwach oder stark, “Erwei­ter­te Intel­li­genz” trifft eher den Kern des­sen, wor­um es sich bei den Tech­no­lo­gi­en im End­ef­fekt han­delt. Die mensch­li­che Intel­li­genz ist ein kom­ple­xes, schwer defi­nier­ba­res Kon­strukt und wird nie 1:1 abbild- oder kopier­bar sein.

So wie die Bezeich­nung “Robo­ter­jour­na­lis­mus” zwar grif­fig und pla­ka­tiv die auto­ma­ti­sche Tex­ter­stel­lung in der Bericht­erstat­tung beschreibt, genau genom­men aber falsch und irre­füh­rend ist, stellt sich die Fra­ge, wie tref­fend der Begriff “Künst­li­che Intel­li­genz” ist und inwie­fern Maschi­nen über­haupt intel­li­gent sein kön­nen. Für uns stellt die Maschi­ne (-lle Intel­li­genz) eine Erwei­te­rung unse­res Poten­ti­als dar, indem sie Din­ge leis­ten kann, die wir Men­schen nie leis­ten könn­ten — aber das ist umge­kehrt genau­so.

 

Die Fra­ge ist daher nicht, wie man unse­re mensch­li­che Intel­li­genz am bes­ten kopie­ren, son­dern gewinn­brin­gend erwei­tern kann.

 

 

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Bereits seit 2008 ent­wi­ckelt Ret­res­co füh­ren­de KI-Lösun­gen im Bereich Con­tent Auto­ma­ti­on. In den letz­ten Jah­ren hat sich das Unter­neh­men zuneh­mend zu einem der welt­weit füh­ren­den Anbie­ter in der auto­ma­ti­schen Tex­ter­stel­lung (Natu­ral Lan­guage Gene­ra­ti­on) ent­wi­ckelt und dut­zen­de Pro­jek­te für Kun­den aus den Berei­chen Medi­en, E-Com­mer­ce und Finanz­dienst­leis­tun­gen umge­setzt.

 

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