Retresco CogX Opener

Retresco auf der #CogX18 AI Conference

Wer von künstlicher Intelligenz spricht, der denkt meist entweder an Industrielösungen wie eine komplett automatisierte Automobilproduktion durch Roboterarme oder an niedliche Roboter-Welpen und -Androiden. Doch auch wenn sie süß anmuten und auf uns Menschen eine gewisse Sogwirkung haben, sind humanoide Roboter nicht wirklich das, wofür Künstliche Intelligenz im Kern steht. Zumindest ich frage mich oft, warum wir hübsche, menschgewordene Maschinen entwickeln und uns nicht auf den wirklichen Fortschritt konzentrieren.

 

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CogX Hase

Gesehen auf der CogX: Dafür steht KI zwar nicht nur, ist aber trotzdem süß.

[/two_fifth] Zum Glück muss man sich nicht ganz allein den Kopf zerbrechen, um dieserlei Fragen auf den Grund zu gehen. Uns zog es deshalb vergangene Woche ins Tobacco Dock nach London, um die CogX zu besuchen eine Messe und Konferenz zu allem, was die Welt grundlegend verändert: Künstliche Intelligenz, Blockchain-Technologie und ‘Emerging Technologies’Was führte Retresco dahin? Eine ganze Menge: Wir wollten uns informieren, austauschen, verbessern – und beide Konferenztage auf Twitter in mehr als 200 Tweets festhalten.

 

Nur, wenn wir ständig umtriebig, wissbegierig und state of the art bleiben, können wir unseren Kunden jederzeit moderne IT-Lösungen zur Content Automation, wie die rtr textengine bieten. “Umtriebig, wissbegierig und state of the art” – ja, das sind wir. Darf ich uns vorstellen? Wir, das sind Sebastian Marx und Thomas Richter. Während Sebastian der Spezialist für unsere Dienstleistungen im Finance-Bereich ist, bin ich als Freelancer Teil des Retresco Content-Teams. Wer etwas mehr Zeit hat, dem seien die YouTube-Mitschnitte der CogX-Bühnen zu empfehlen. Für alle anderen haben wir hier kurz und bündig ein paar Highlights notiert.

 

Long short-term memory

 

[two_fifth]  [/two_fifth]Jürgen Schmidhuber (geboren in München, heute wissenschaftlicher Direktor des Schweizer AI-Forschungsinstituts IDSIA) beginnt den State of AI-Slot mit den Worten: „I want to get shot before the German guy starts the speech. […] Unfortunately, it’s too late for you.“ Doch nicht nur sein Humor bereichert die Welt, vor allem seine Forschung im Bereich ‘Long short-term Memory’ (LSTM) aus den 1990ern hinterlässt der Welt Bleibendes.

 

LSTN ist eine Voraussetzung für Deep Learning und Natural Language Understanding – und damit eine Grundlage von Siri, Amazon Echo und Co.

 

Verhindert menschgemachte Probleme

 

Joshua Gans ist Professor an der University of Toronto. Seine Aussagen klingen wie ein Appell an AI-Kritiker, doch bitte die positiven Seiten zu sehen: “If you augment people and take away the routines and leave the things that are hot… PEOPLE LIKE THEIR JOBS BETTER.” Mehr noch er betont, welchen monetären Vorteil Künstliche Intelligenz für Organisationen bringt: “Automating jobs will free up money for other things inside the company.”

 

[two_fifth]  [/two_fifth] Dr. Joanna Bryson lehrt an der University of Bath und in Princeton zu den Themen Natürliche und Künstliche Intelligenz sowie Ethik. Sie wertet AI durchaus als eine wichtige Evolutionsstufe: “AI is prosthetic intelligence. Everything gets smarter.”, sieht aber dennoch eine Gefahr darin, diese unbedacht einzusetzen: “There may be no way to have human-shaped AI that doesn’t wind up being deceptive.” Im Videointerview bei Big Think spricht sie davon, warum wir AI unbedingt regulären müssen.“

 

 

 

 

 

Putting Ethics into Action

 

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Kriti Sharma auf der CogX London

[/two_fifth]Das Thema Ethics in AI war den Veranstaltern der CogX ein wichtiges Anliegen. Deshalb haben sie dem Thema gleich eine ganze Bühne gewidmet. Eine Highlight-Sprecherin war Chatbot-Expertin und AI Technologist Kriti Sharma, Vice President of Bots and AI bei der Sage Group. Sie wurde 2017 in die Forbes 30 under 30-Liste aufgenommen. Im Slot Putting Ethics into action sprach sie über ethisch verantwortungsvolle KI und das Thema AI-Fachkräfte.

 

 

 

Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einer Leidenschaft ein Berufswunsch entsteht: Ihren ersten Roboter baute sie sich schon als Teenagerin, um ihre Schoko-Lust zu stillen. Der Roboter servierte ihr Snickers. Doch abseits von lieben Schoko-Robotern kann AI Gefahren bergen. Kriti mahnt: “We all have to build products that are non-deceptive.” Doch um überhaupt ethisch handeln zu können und ethisch verantwortliche KI zu programmieren, müssen erstmal wir Menschen strukturell dazu befähigt werden, ethisch zu handeln: You have to teach the machine values. […] People might not have tools and structures to think about ethics. […] And you have to design the algorithms that they are designed the right way.” Das Ermitteln von Werten gehe nämlich alle etwas an: „I miss the representation of the Emerging Countries in the field of ethics.“

Das Berufsfeld der Künstlichen Intelligenz wirkt auf Manche unerreichbar, da es nach technischer Expertise und abgeschlossenem Informatikstudium klingt. Aber Kriti Sharma gibt Entwarnung: Believe me. Even if you are not having a degree in Computer Science, you can be a huge benefit for the world of AI.So hätten KI-Jobs gerade dank der Ethik-Thematik auch vielerlei Jobs für Geisteswissenschaftler. Wenn es um eine AI-Weiterbildung geht, sei es ohnehin nicht (nur) der klassische Bildungsweg, der zum Erfolg führt: “You don’t have to follow traditional ways of education to get into AI. […] It is attracting more creative people.”

 

Voreingenommene Technologien und Anti-Harassment

 

Baroness Joanna Shields, CEO von BenevolentAI, spricht von ungewollten Folgen von thematischen Filterblasen u.a in sozialen Netzwerken. Diese Echokammern würden Meinungen von Minderheiten zu stark überbetonen, sodass Hass im Netz damit verstärkt würde. Sie mahnt außerdem, dass wir beim Einsatz von Digitaltechnologie genau überlegen müssten, welche Ziele wir damit verfolgen: „Digital technology gave us more about everything […] and more is always […] better, right? […] We have to be careful what we optimize for […] and how we keep power in check.“ Technologie sei nämlich nicht per se besser als die Menschheit: “Tech is not neutral, because we as humans are not neutral.”

 

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Dr. Julia Shaw

Anti-harassment: Talk To Spot
(Im Bild: Dr. Julia Shaw)

[/two_fifth]Dr. Julia Shaw, Mitgründerin von Spot, möchte aber genau das: die Neutralität von Technologie nutzen, um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz einzudämmen. „A chatbot won’t judge if you seem truthful or not.”, so Shaw. Mit diesem Chatbot kann man belästigendes Verhalten am Arbeitsplatz dokumentieren und melden. Das Problem sei nämlich, dass man die vielen kleinen Attacken vergesse, wenn man sie nicht dokumentiert.

 

 

Der Chatbot baut die psychologische Barriere ab, mit einem Menschen darüber sprechen zu müssen. „The goal is that we celebrate the people who come forward. […] It’s a societal issue. Every person that’s around the harassed person has potentially been a facilitator for bad behavior.“, fährt Shaw fort.

Abseits von den Bühnen konnten wir Teilnehmer Stände von Industrie-Größen wie Google, Hanson Robotics und Microsoft besuchen. Thematisch besonders spannend fand ich den Stand von Accenture, dessen Photo Booth unter dem Motto ”AI muss Vielfalt kennen” stand. Dort sollte man Fotos von sich machen in besonders ungewöhnlichen Outfits, die nicht den klassischen Geschlechterrollen-Klischees entsprechen. Das Ziel: der künstlichen Intelligenz beibringen, dass es auch weibliche Soldatinnen oder männliches Krankenpflegepersonal gibt. Das Problem an einer KI, die nur Bestehendes fortschreibt, ist, dass diese auch Vorurteile wie eine zahlenmäßige Unterrepräsentanz bestimmter Geschlechter oder Ethnien in bestimmten Berufen fortschreibt. #Diversity lautet das Gebot.

 

Warum wir Ethik-Werte verankern müssen

 

[two_fifth]  [/two_fifth] Im Jahr 2018 Geborene sind AI Natives. Wir Ältere sollten alles dafür geben, dass unsere Kinder in eine Welt geboren werden, wo eine Künstliche Intelligenz gerade in humanistisch-pluralistischen Werten wie Toleranz, Geschlechtergerechtigkeit und Weltoffenheit nicht den Status Quo zementiert, sondern quasi als Vorbild vorangeht und uns Menschen menschlicher macht. Über unsere Rolle, Verantwortung und ethische Werte in die Welt der Künstlichen Intelligenz zu implementieren, haben wir bereits in unserem Blogartikel: „Automatische Textgenerierung verändert die Welt der Nachrichten: Welche Verantwortung trägt Retresco?“ geschrieben. Kurz: um Bias und Fake News einzudämmen, prüfen wir  unsere Datenprovider, mit denen wir zusammenarbeiten, sehr genau.

 

 

Der Human Touch besteht weiterhin

 

Bei Retresco agieren wir immer nach der Devise “Machine Scale with a Human Touch”. Das heißt, dass wir nicht den Menschen überflüssig machen wollen, sondern Skalierung in automatisierbare Prozesse bringen wollen. So kann sich jeder um seine Expertise kümmern: Maschinen stämmen die Masse und übernehmen z.T. stupide Aufgaben, während sich Menschen um die Textperlen, das hochgradig Menschliche kümmern. Wir Menschen werden trotz allen technischen Fortschritts auch durch AI nicht überflüssig, denn um es mit den Worten von Esther Dyson zu sagen: “We are analogue. We love our mother’s pheromones. And that makes all the difference.”

 

Über Retresco

Bereits seit 2008 entwickelt Retresco führende AI-Lösungen im Bereich Content Automation. In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen zunehmend zu einem der weltweit führenden Anbieter in der automatischen Textgenerierung (NLG) entwickelt und dutzende Projekte für Kunden aus den Bereichen Medien, E-Commerce und Finanzdienstleistungen umgesetzt.

 

 

[one_fourth]  [/one_fourth] Ansprechpartner

Franca Ding
@francacharlotte
Marketing Koordinatorin, Retresco GmbH
+49 (0)30 555 781 999
franca.ding@retresco.de

 

 

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