Künstliche Intelligenz wird den Menschen nicht ersetzen

Das Thema KI polarisiert, die Medienaufmerksamkeit wird größer. Das ist zwar sehr positiv – aber nicht nur: Der vermehrte Austausch führt parallel zu mehr Wissen, aber auch zu mehr Unwissen. In vielen Bereichen steigt die Unsicherheit und die Angst vor den neuen Technologien, da es an Aufklärung mangelt.

Aus diesem Grund vorneweg: Natürlich wird KI den Menschen nicht ersetzen – nicht heute, nicht morgen, nie.

Aber Künstliche Intelligenz wird unseren (Arbeits-) Alltag nachhaltig verändern, so wie die gesamte digitale Transformation es bisher tat und weiterhin tun wird. Daraus ergeben sich neue Arbeitsweisen, neue Berufsbilder und neue Ansprüche an ein stetiges und flexibles Lernen.

Eine solche Veränderung der Arbeitswelt liegt in der Natur einer jeden – industriellen wie digitalen – Transformation, führt aber dazu, dass wir Innovationen häufig mit Vorurteilen begegnen. Diese sind damit weder neu noch begründet – warum?

 

Grund 1: “Künstliche Intelligenzen sind Fachidioten”

Ja, Künstliche Intelligenz arbeitet effizienter als der Mensch – zumindest in dem spezifischen Gebiet für das sie entwickelt wurde. KI ist dabei keine Allround-Lösung, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene, intelligente Anwendungen für jeweils ein spezifisches Problem. Je eine einzelne Fähigkeit wird effizient simuliert, nicht aber die Gesamtheit unserer menschlichen Intelligenz.

Hinzu kommt, dass gewisse Vorgänge und Eigenschaften gar nicht automatisierbar sind. Beispiel Textgenerierung: Diese bietet sich in erster Linie für hochvolumige, standardisierte Anwendungsfälle an, etwa für Produktbeschreibungen in einem Online-Shop oder auf Daten basierende Berichte von Fußballspielen. Und obwohl sich mit Natural Language Generation Texte in verschiedenen Tonalitäten erstellen lassen, muss die KI bei bestimmten Textsorten passen. Kreativität, Empathie und Humor sind und bleiben menschliche, nicht-automatisierbare Eigenschaften – fesselnde Reportagen, einfühlsame Porträts oder amüsante Interviews werden auch weiterhin eine Domäne menschlicher Journalisten bleiben.

 

Grund 2: “Künstliche Intelligenz kommt nicht aus der Steckdose”

Auch wenn es immer so zauberhaft und einfach klingt, KI lässt sich nicht mal eben so entwickeln. Es muss der richtige Algorithmus für das richtige Problem geschrieben werden. Das mag einfach klingen, erfordert aber ein tiefgehendes Verständnis des vorliegenden, oft sehr komplexen, Problems.

Und mit der Entwicklung der Technologie ist es nicht getan: Die Implementierung von einer Künstlichen Intelligenz bedeutet in Unternehmen ein tiefgreifendes Umdenken von bestehenden Prozessen. Dazu gehört eine durchdachte Strategie und die richtige und konsequente Nutzung des Systems, um maximal von der Einbindung profitieren zu können.

 

Grund 3: “Ohne Daten keine KI”

Man möchte meinen, in der digitalisierten Welt stehen zu jeder Problemstellung Unmengen Daten zur Verfügung. Das stimmt, und gleichzeitig stimmt es nicht. Um einen KI-Algorithmus auf einen bestimmten Anwendungsfall zu trainieren, bedarf es unwahrscheinlich großer Mengen an Trainingsdaten, damit er auf jede potentielle Situation eine passende Reaktion erlernen kann.

Damit es hierbei nicht zu formal richtigen, aber praktisch unpassenden oder möglicherweise gefährlichen Rückschlüssen kommt, müssen die Daten nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ hochwertig sein. Denn während wir Menschen in jeder Situation individuell abwägen können, welche Reaktion die passende ist, müssen die Maschinen durch Trainingsdaten auf jede Situation richtig “vorbereitet” werden. Eine entsprechende Datengrundlage ist damit grundsätzlich Voraussetzung, nicht selten aber nicht hinreichend verfügbar.

 

Mensch und Maschine: Der richtige Umgang mit künstlicher Intelligenz

Die Angst vor einer Invasion durch KI-Technologien ist deshalb  zwar verständlich, aber fehlplatziert. Es gibt diverse Gründe, warum KI den Menschen weder ersetzen kann noch wird; behandelt wurden hier drei ganz grundlegende Aspekte.

Statt unsere Energie darauf zu verwenden gegen die unaufhaltsamen Entwicklungen zu protestieren, sollten wir uns auf geeignete Anwendungsfälle und den richtigen Umgang mit den Technologien konzentrieren: Unser Alltags- und Arbeitsleben wird sich auch weiterhin wandeln. Während einige Tätigkeitsbereiche nicht mehr von uns Menschen erledigt werden müssen, entstehen gleichermaßen neue Berufsbilder und spannende Herausforderungen. Und eine davon besteht sicherlich darin, diese Entwicklungen aktiv und konstruktiv zu nutzen.

 

Die Zukunft ist nicht aufhaltbar, aber gestaltbar. Damit befinden wir uns in einer spannenden Phase: Viel passiert, viel entsteht und viel kann aktiv mitgestaltet werden. Dieses Potential sollten wir nutzen und spannende Ideen und flexible Modelle für die Zukunft entwerfen. Wir freuen uns auf den Austausch spannender Ideen und auf neue Projekte.

 

 

Über Retresco | @retresco

Bereits seit 2008 entwickelt Retresco führende KI-Lösungen im Bereich Content Automation. In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen zunehmend zu einem der weltweit führenden Anbieter in der automatischen Texterstellung (Natural Language Generation) entwickelt und dutzende Projekte für Kunden aus den Bereichen Medien, E-Commerce und Finanzdienstleistungen umgesetzt.