Vielfalt KI

Warum Vielfalt in der Tech-Branche so wichtig ist

Personelle Vielfalt ist nicht nur fundamental wichtig für die Leistung von Teams und damit von Unternehmen, sondern auch für den ethisch korrekten Einsatz von Algorithmen – ein sensibles Thema, das den heutigen Tech-Diskurs zunehmend bestimmt und auch für Retresco relevant ist. Denn angesichts der zunehmenden Durchdringung unseres Alltags durch KI stellt sich die Frage nach der ethischen und gesellschaftlichen Verantwortung so stark wie nie zuvor. Anlässlich des bevorstehenden Weltfrauentages soll der folgende Blogartikel skizzieren, welche Vorteile Vielfalt in der Tech-Branche und insbesondere bei der Entwicklung und Anwendung von KI-Software mit sich bringt. 

Vielfalt führt zu signifikant besseren Unternehmenserfolgen 

“Je vielfältiger der Hintergrund künftiger Technologien ist, desto mehr werden sie ihre Arbeit dem Wohle aller Menschen widmen”, kommentiert die US-Informatikerin Fei-Fei Li, Professorin an der Stanford University und Co-Direktorin des Human-Centered AI Institute und Stanford Vision Learning Lab. Das Zitat verdeutlicht die Notwendigkeit, Vielfalt und Diversität als essentiellen Vorteil bei der Entwicklung von (KI-)Technologien zu verstehen. Zahlreiche Studien untermauern die Wichtigkeit dieser AussageDie Erkenntnis, dass vielfältige Teams bessere Ergebnisse erzielen als homogene, wurde unter anderem durch eine McKinsey-Studie untermauert: Unternehmen mit der größten geschlechtlichen und kulturellen Vielfalt haben demnach eine 33%ige höhere Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen als ihre Wettbewerber. Zu korrespondierenden Ergebnissen kommt eine Studie der Boston Consulting Group: Unternehmen mit vielfältigeren Managementteams weisen 19% höhere Gewinneinnahmen vor als Unternehmen mit homogenen Managementteams. Die Variable “Vielfalt” wurde hinsichtlich sechs Dimensionen erfasst: Geschlecht, Alter, Herkunftsland, Karriereverlauf, Branchenhintergrund und Ausbildung. 

Studien zeigen Herausforderungen auf

Die Realität sieht jedoch häufig anders aus: In den vergangenen Jahren häufigen sich Berichte und Forschungsstudien, die sich diesem Thema dezidiert widmen und auf Herausforderungen aufmerksam machen. So zeigte eine renommierte Analyse des AI NOW Institutes der New York University, dass ein “Diversity Disaster” in der Tech-Welt zur Entwicklung fehlerhafter Systeme beitrage, die geschlechtsspezifische und rassistische Vorurteile reproduzieren würden. Als Beispiele wurden Bilderkennungsdienste genannt, die Minderheiten in beleidigende Kategorien klassifizieren, Chatbots, die Hate Speech artikulieren, und Amazon-Technologie, die People of Colour nicht erkennt. Die Verzerrungen von Systemen könnten – so der Bericht – weitgehend auf die mangelnde Vielfalt innerhalb der Tech-Branche selbst zurückgeführt werden. Wenn es um die Entwicklung von Algorithmen und KI-Systemen geht, ist es umso besser, Daten zu nutzen, die die Vielfalt der Gesellschaft abbilden, weil es Datenwissenschaftlern ermöglicht, Algorithmen zu entwickeln, die keine Verzerrungen aufweisen.

Doch wie gestaltet sich die KI-Branche in der Praxis? Mehr als 80% der KI-Professoren sind Männer, und nur 15% der KI-Forscher bei Facebook und 10% der KI-Forscher bei Google sind Frauen, so der Bericht des AI Now Institutes. Laut dem National Science Board machten Frauen im Jahr 2015 nur 24% des Bereichs der Computer- und Informationswissenschaften aus. Und lediglich 2,5 Prozent der Belegschaft von Google sind People of Color (bei Facebook und Microsoft jeweils 4 Prozent). Zudem gebe es nur wenige Daten über Transsexuelle oder andere geschlechtsspezifische Minderheiten im KI-Bereich. 

 

Einen Platz für Vielfalt schaffen 

Wie können folglich die positiven Aspekte von Vielfalt in der Unternehmenspraxis genutzt und gleichzeitig negative Verzerrungen verhindert werden? Der Bericht des Instituts AI Now der New York University schlägt vor, dass Unternehmen nicht nur ihre Recruiting-Prozesse hinterfragen, sondern auch transparenter sein sollten, was Gehälter und Diskriminierung betrifft, um eine Atmosphäre zu schaffen, die eine vielfältigere Gruppe von Menschen willkommen heißt und soziales Ungleichgewicht vermeidet. Dieser Ansatz hilft nicht nur betroffenen Personen, sondern auch dem Unternehmenserfolg, der Tech-Industrie und somit der Gesellschaft 

 

Über Retresco | @retresco

2008 in Berlin gegründet, hat sich Retresco als eines der führenden Unternehmen in der Automatisierung von Content etabliert. Retresco entwickelt auf Künstlicher Intelligenz basierende Lösungen aus den Bereichen Natural Language Generation (NLG) und Natural Language Understanding (NLU). Anwendungen wie die Self-Service-Plattform textengine.io, Inhaltsklassifikationen oder Chatbots unterstützen Unternehmen dabei, Prozesse zu automatisieren, Kommunikation effektiver zu gestalten und neue Zielgruppen zu erreichen.