Contentautomatisierungsstrategie

6 Tipps für eine erfolgreiche Content-Automatisierungsstrategie

KI-basierte Sprachtechnologien gestalten die Content-Erstellung effizient und skalierbar: Datenbasierte Inhalte können durch Natural Language Generation auf Knopfdruck und in Echtzeit generiert, automatisiert über verschiedene Kanäle ausgespielt oder sogar an die Tonalität oder Sprache der jeweiligen Zielgruppe angepasst werden. So vielfältig die Facetten von Content-Automation sind, so verschiedenartig sind auch die Erfolge: Beispielsweise wird nicht nur für ein maßgeschneidertes Nutzererlebnis und eine erhöhte Kundenbindung gesorgt – auch personelle Ressourcen können optimierter eingesetzt, neue Geschäftsfelder eröffnet und interne Prozesse schlanker gestaltet werden. 

In der Praxis geht die Implementierung von Automatisierungslösungen jedoch auch mit zahlreichen strategischen Aspekten einher. Sie sollten – am besten im Vorfeld der Umsetzung – durchdacht und festgelegt werden. Im Folgenden liefern wir Ihnen die sechs wichtigsten Aspekte einer erfolgreichen Content–Automatisierungsstrategie 

 

1. Akzeptanz, Vertrauen & Transparenz

Neben Transparenz zählen Akzeptanz und Vertrauen gegenüber neuen Technologien zu den wohl wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung von ContentAutomatisierungsstrategien. Insbesondere Digitalkompetenzen im angelsächsischen Sprachraum auch unter dem Begriff Data Literacy bekannt, spielen eine bedeutende Rollesowohl auf Seiten der Mitarbeiter in interner Hinsicht, als auch auf Konsumentenseite in externer Hinsicht. Je größer die Digitalkompetenz jedes Einzelnen, desto größer die Akzeptanz von disruptiven Technologien. Und desto größer ist auch der Mut, etablierte Prozesse neu zu denken.

Dabei sollten Content Automation Technologien so transparent und nachvollziehbar wie möglich gestaltewerden. Verwendete Datensätze und technische Prozesse, die zur Entscheidung des Automatisierungssystems führen, sind so gut wie möglich zu dokumentieren. So könnten beispielsweise auch Ursachen für etwaige Fehler des Systems identifiziert werden –  was im Endeffekt wiederum zu Lerneffekten und zur Vermeidung von zukünftigen Fehlern verhelfen könnte.  

 

2. Change Management

Die Umsetzung einer ContentAutomatisierungsstrategie geht in der Regel mit großen Veränderungen im Arbeitsalltag der Mitarbeiter einher. Veränderungen werden jedoch oftmals als Risiko wahrgenommen und sind mit dem Empfinden von Unsicherheiten verbunden.

Die gezielte Begleitung durch Change Management Maßnahmen kann dies vorbeugen: Mitarbeiter sollten nicht nur frühestmöglich über die Einführung in die Technologie informiert werden (Change Communication), sondern auch so früh wie möglich in die Gestaltung der Veränderung miteinbezogen werden (Change Inclusion). Die Stärkung von Digitalkompetenzen kann dabei unterstützen, das Aufkommen von Ängsten und Irritationen bereits im Vorhinein zu hemmen. 

 

3. Verantwortung

Vieles kann automatisiert werden, Verantwortung gehört jedoch nicht dazu. Auch wenn im Rahmen eines Content Automatisierungsprojektes mehr und mehr Aufgaben und Entscheidungen – beispielsweise die Frage, wo, wann, in welcher Form und an wen bestimmter Content ausgespielt wird – an Algorithmen oder KI-Systeme delegiert werden, heißt das nicht automatisch, dass auch die Verantwortung für solche Entscheidungen – und damit auch für etwaige Fehlentscheidungen – bei den Maschinen liegt.

Die rechtliche und moralische Letztverantwortung trägt immer das (menschliche) Management des Unternehmens. Zu leicht ist ansonsten gesagt, dass die Maschine für eine Entscheidung verantwortlich ist – und dass damit, nach heutiger Rechtslage,  de facto niemand zur Verantwortung gezogen werden kann.

 

4. Datenqualität & -sicherheit

Qualitativ hochwertige Daten aus absolut vertrauenswürdigen Quellen zahlen im Endeffekt nicht nur auf die Qualität und damit auf Erfolgsaussicht von Sprachtechnologien ein, sondern stärkt auch das Vertrauen von Konsumenten. Insbesondere sollten Datensicherheitsaspekte  uneingeschränkt gewährleistet werden – hier ist eine Orientierung an den aktuellen Datenschutzbestimmung empfehlenswert. Jeder Einsatz von Automatisierungssystemen ist mit dem Aufbau von Kontrollprozessen verbunden, mithilfe derer die neuen Technologien überwacht und beaufsichtigt werden sollten.

Dies setzt auch voraus, dass es eine Gruppe von qualifizierten Personen gibt, die dazu in der Lage ist, das einwandfreie Funktionieren des Automatisierungssystems sicherzustellen. In einer erfolgreichen Content Automatisierungsstrategie sollte daher immer auch der Aufbau von (menschlichen) Kontroll- und Betreuungsprozessen der Automatisierungssysteme vorgesehen sein. Blindes Vertrauen oder eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht ist ein No-Go.

 

5. Mensch und Maschine vs. Mensch oder Maschine

Hier lautet das Motto stets: komplementär statt ersetzend. Entstehender Freiraum, der auf Seiten der Mitarbeiter durch den Einsatz von Content Automation entsteht, sollte für Kreativität, Wachstum und Experimentierraum genutzt werden. Durch die Abnahme und Entlastung von Routinearbeiten bleibt Publishern, Werbeschaffenden und Redakteuren mehr Zeit für ihren „wirklichen Job“ – für kreatives Arbeiten.

Damit wird auch das klassische Berufsfeld des Werbetreibenden in Zukunft nicht entfallen. Vielmehr werden neue Technologien neue Kompetenzen verlangen. Denn Maschinen und Algorithmen funktionieren nicht immer komplett automatisch, sondern benötigen jemanden, der sie „betreut“ – also Mitarbeiter, die die Technologie gestalten, konfigurieren, verwalten und kontrollieren.  

 

6. Konstruktive Fehlerkultur & realistische Anspruchshaltung

Fehler passieren nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen. Eine positive Fehlerkultur sollte sich folglich auch auf technische Prozesse beziehen: Ein ContentAutomatisierungsprojekt muss beispielsweise nicht sofort deshalb abgesagt werden, wenn auf Anhieb nicht alles funktioniert. Gerade in der initialen Implementierungsphasen werden zahlreiche Testprozesse notwendig sein, damit die neue Technologie einwandfrei funktioniert. Loops & Iterationen sollten als normal und hilfreich angesehen werden. Teilweise wird hierzu auch ein Mentalitätswechsel unerlässlich sein: Freude am Experimentieren, Mut zum Risiko und eine gewisse Frustrationstoleranz sind aktiv vorzuleben; eine defizitäre Fehlerkultur hingegen ist zum No-Go zu erklären.

Wer scheitert, scheitert häufig an zu hohen Erwartungen. Dies gilt auch und insbesondere für Automatisierungsstrategien. Wer beispielsweise Content Automation Technologien mit dem Ziel einsetzen will, seine kompletten Content-Prozesse von Beginn an mit einer hundertprozentigen Erfolgsquote zu automatisieren, wird zwangsläufig scheitern. Die Fragen, welches Ziel man verfolgen will und ob der damit einhergehende Anspruch adäquat definiert ist, sollte im Vorhinein gut überdacht werden. Denn allzu häufig wirken überhöhte Anspruchshaltung innovationshemmend und frustrierend. Vielmehr empfiehlt es sich – mit einem realistischen Machbarkeitsanspruch (!) – möglichst exakte und kleinteilige Ziele zu formulieren. 

 

Einen ausführlichen Guide mit den Do’s und Dont’s einer erfolgreichen Content-Automatisierungsstrategie finden Sie in unserem Kooperationsartikel mit der Dmexco 2019 unter diesem Link. 

 

Über Retresco | @retresco

Bereits seit 2008 entwickelt Retresco führende KI-Lösungen im Bereich Content Automation. In den letzten Jahren hat sich das Unternehmen zunehmend zu einem der weltweit führenden Anbieter in der automatischen Textgenerierung (Natural Language Generation) entwickelt und dutzende Projekte für Kunden aus den Bereichen Medien, E-Commerce und Finanzdienstleistungen umgesetzt.